Apple sammelt mehr Daten mit iOS 10.3

Bisher hat man bei Apple immer viel Wert darauf gelegt, die Daten der eigenen Nutzer zu schützen. Vor allem Tim Cook hat das immer wieder betont. Mit dem Update iOS 10.3 ändert der Konzern die Richtung.

Mit der Firmeneigenen Politik, dass man mit Daten kein Geld verdiene, hat sich Apple bisher einen Namen gemacht. Schon seit Jahren will sich der IT-Konzern aus Cupertino so von seinen Konkurrenten, vor allem Google, absetzen. In vielen Interviews hat Tim Cook das Statement vertreten “Die Nutzerdaten gehören dem Nutzer”. Jetzt scheint sich diese Sichtweise ein wenig zu lockern.

Neue Analyse der iCloud

Neu bei iOS 10.3, was es aktuell nur als Beta-Version für Entwickler gibt, ist eine iCloud-Analyse, die schon beim Installationsdialog angeboten wird. Der Nutzer kann festlegen, welche Daten in welcher Art und Weise genutzt werden dürfen. So ähnlich ist es auch schon jetzt bei der Analyse möglich. Apple möchte damit die eigenen Funktionen, Produkte und den Service verbessern.

Wird Apple zur Datenkrake?

Apple geht damit einen Schritt in eine Richtung, die sie schon bei der letzten WWDC angekündigt haben. Die Presse hat das damals sehr thematisiert und gar von einem möglichen Politikwechsel gesprochen. Soweit ist es aber nicht und das ist auch nicht die Intention.

Apple sammelt auch schon jetzt Nutzerdaten und verwendet sie beispielsweise für den Verkehr oder Eingaben bei Siri um den Sprachassistenten zu verbessern. Apple hat auch nicht den Anspruch die Daten in großem Stile zu sammeln. Wenn möglich, werden die Daten direkt auf dem iPhone des Nutzers ausgewertet. So werden persönliche Daten nicht verschickt und woanders gespeichert. Dazu kommt, dass Apple die Daten nicht für Werbezwecke nutzen wird. Das hat die Firma bisher nicht gemacht und wird sie auch weiterhin nicht. Es bleibt also fast alles beim Alten.

Datenmasse als Schutzschild

Allerdings möchte Apple dafür sorgen, dass die Daten, die gesammelt werden, bei der Übertragung nicht abgefangen werden können. Dazu verwendet das Unternehmen den Schutzmechanismus Differential Privacy. Das Programm arbeitet so, dass es die Daten, die gesendet werden, mit einer großen Menge Datenmüll verschleiert und erst dann liest Apple die Daten aus. Unklar sind sich Experten allerdings, ob das System wirklich so gut funktioniert. Apple selbst beschreibt diesen Vorgang nicht näher.

Daten als Treibstoff der Technikwelt

Du fragst dich sicher, warum die Unternehmen überhaupt so viele Daten sammeln. Was machen die eigentlich damit? Diese Daten sichern die Zukunft wenn man so will. Die heutigen Technologien bestehen aus künstlichen Intelligenzen, die durch die Daten lernen. Wenn der Datenstrom ausbleibt, entwickelt sich auch die KI nicht weiter und die Konkurrenz zieht davon. Deshalb kann auch Apple nicht darauf verzichten und muss schauen, dass mehr Daten in Cupertino ankommen. Google hat den Vorteil durch sein Betriebssystem und die vielen kleinen Apps an unzählige Mengen von Daten zu kommen.

Quellen:
giga.de
apple.com
heise.de
zeit.de

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Basileus Brown

Blogger und Chefschrauber at iPhone-Garage.de
Onlinemensch und Offlinegeek. E-Commerce Student in Würzburg und Online-Enterpreneur. iPhone schrauben und online vermarkten.